Media. Trust. Machines.

MM-TAGESTRIP ZU DEN
31. MEDIENTAGEN MÜNCHEN

Es ist der Traum vieler angehender Medienschaffenden: ein Besuch der Medientage in München, einem der wichtigsten deutschen Treffpunkte der Branche. Für mich, MM-Studentin im 3. Semester, und einige meiner Kommilitonen wurde dieser Traum vergangenen Dienstag wahr – das Losglück war auf unserer Seite und wir durften uns auf den Weg in die bayerische Landeshauptstadt machen ??.

Das Motto diesmal: Media. Trust. Machines. – Vertrauen in der neuen Mediengesellschaft

Auf der jährlich stattfindenden Messe im Münchener Osten trifft sich alles, was in der Kommunikationsbranche Rang und Namen hat. Gleich zu Beginn hörten wir Vorträge von Philipp Justus, Vice President von Google in Zentraleuropa und Vivek Kemp, Executive Producer bei CNN. Sie betonten vor allem, wie wichtig es sei, auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen und sich in Zeiten von On-Demand-Anbietern wie Netflix und YouTube gegen Konkurrenten zu behaupten. Interaktive Smart TVs gibt es ja schon seit einiger Zeit, in Zukunft wollen aber immer mehr Anbieter auf sprachgesteuertes Fernsehen setzen, um attraktiv zu bleiben.

Im Anschluss daran sahen wir uns auf dem Messegelände um. Zahlreiche Unternehmen und Initiativen der Medienbranche hatten hier einen eigenen Stand und stellten sich und ihre Produkte oder Dienstleistungen vor. Besonders interessant, auch im Hinblick auf unser Praxissemester nächstes Jahr, war für uns die Recruiting Area, auf der Medienunternehmen wie ProSiebenSat.1, RTL, RTL II oder Bertelsmann ihre Einstiegsmöglichkeiten und Praktikumsplätze aufzeigten. Die Aussteller erklärten uns alles sehr geduldig und ausführlich und gaben uns viele wertvolle Tipps für die Zukunft. Da blieb man gerne länger und knüpfte in einigen Fällen sogar erste wichtige Kontakte.

Auf dem Gelände des MedienCampus Bayern präsentierten sich Hochschulen und Ausbildungsstätten und informierten über ihre unzähligen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Hier hat man wirklich die Qual der Wahl! Außerdem konnten wir einen 3D-Drucker live bei der Arbeit bestaunen und durften eine Virtual-Reality-Brille testen. In einem verlassenen Bahnhofsgebäude musste man Zombie-Fahrkartenkontrolleuren entkommen – das wirkte tatsächlich ziemlich real. Wahnsinn, was auf diesem Gebiet mittlerweile schon möglich ist!

Um 15 Uhr galt es dann wieder, einen der heiß begehrten Sitzplätze im Kongresssaal zu ergattern. Denn der sogenannte Medientage-Gipfel, auf dem sich die ganz Großen der Branche treffen, begann. Eröffnet wurde dieser von Siegfried Schneider, dem Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Weiter ging es mit Reden von Ilse Aigner, der bayerischen Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, und Anke Schäferkordt, CEO der Mediengruppe RTL Deutschland. Sie führte uns ein großes Problem der Medienbranche vor Augen: Für viele Unternehmen wird es zunehmend schwierig, ihre Inhalte kostenlos anzubieten. Vor allem, da auch der Weiterverkauf von Daten und übermäßige Werbung bei Nutzern ungern gesehen werden. Wir als zukünftige Medienmanager werden mit diesem Thema natürlich ebenso umgehen müssen.

Auf den anschließenden Executive und Editors‘ Summits wurde unter der Moderation von Klaas Heufer-Umlauf hitzig diskutiert – hier kamen Führungskräfte von ProSiebenSat.1, Facebook, ARD, BILD, BBC, BuzzFeed und SPIEGEL ONLINE zusammen. Unter anderem griffen sie das Motto der Messe („Media. Trust. Machines.“) wieder auf. Wir lernten, dass schlampige Recherche massive Auswirkungen haben und Menschenleben regelrecht zerstören kann. Absolute Glaubwürdigkeit der Medien im Zeitalter von Fake News und Filterblasen ist also extrem wichtig und sollte von uns während des Studiums und im späteren Berufsleben jederzeit beachtet werden, um Professionalität zu gewährleisten.

Abgerundet wurde der Tag durch die Messeparty am Abend, auf der wir den Tag bei einem Glas Wein Revue passieren ließen. Die vielen interessanten Vorträge verschafften uns so manches Aha-Erlebnis. Die wichtigste Erkenntnis für uns war jedoch, dass es in der Kommunikationsbranche essenziell ist, Kontakte zu knüpfen und sich ein Netzwerk aufzubauen. Den ersten Schritt dazu kann man auf den Medientagen auf jeden Fall machen – nicht nur für einen Praktikumsplatz, sondern auch für den Einstieg ins Erwerbsleben und die spätere Karriere.

– Gastbeitrag von Julia Christl (3. Semester MM); Bilder: Katja Lotter (3. Semester MM)

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