Das mit dem Studieren ist ja so eine Sache. Für manche ist es die schönste Zeit, für andere eine Qual. Klar, das Geld ist knapp, die Prüfungsphasen stressig und mit Zukunftsängsten muss sich wohl jeder einmal befassen. Doch sind wir mal ehrlich: das Positive überwiegt! Nie wieder im Leben hat man vermutlich so viele Freiheiten wie im Studium. Man kann sich ausprobieren, neu erfinden, verwerfen, kritisieren, dazu lernen – und alles ohne Druck von Chef oder Familie. Das ist Luxus, den man insbesondere im späteren Berufsleben vermissen wird.

Ich selbst bin nun im 5. Semester meines zweiten Studiums – dem Praxissemester. Habe schon eine Ausbildung abgeschlossen, gearbeitet und im Ausland die Freiheit gesucht. Vielleicht geht mir dieser Vergleich deswegen gerade durch den Kopf. Allerdings soll dies keine Auflistung der guten und schlechten Seiten des Studiums sein. Viel mehr ein Plädoyer dafür, die Lebensphase in der man sich befindet zu schätzen und das Beste daraus zu machen!

Praxissemester

DA ISSER‘ WIEDER,
DER ERNST DES LEBENS.

Nach gut 3 Monaten Praktikum kann ich jedoch sagen:  Ganz so einfach ist das nicht. Wie schön war die „Och, morgen lass ich die erste Vorlesung mal ausfallen“-Einstellung der bisherigen Semester. Wie gut das Gefühl, bereits um 11 Uhr frei zu haben, sich mit Freunden an den Main zu setzen und zu chillen. Und dabei rede ich nicht von den geschätzt 3 Monate Urlaub on Top, die so ein Studium mit sich bringt. Studentenleben eben.

„Ich studiere jetzt im 5. Semester Kommunikation an einer Uni in Berlin. Das bedeutet nicht, dass ich den ganzen Tag Bücher wälze oder mich irgendwelchen Lerngruppen anschließe, um für wichtige Klausuren zu pauken. Nein. Das bedeutet, ich stehe gegen elf Uhr auf, rolle mir meine erste Tüte, lasse mich zu einem ausgiebigen Schiss nieder und nehme anschließend ein kurzes Bad.“ – OSKAR WALD

Die Kommilitonen und Freunde vom Main sind in diesem Semester in ganz Deutschland verteilt. Und auch wenn sie hier wären, gilt es sich in einer 40 Stunden-Woche erst einmal zeitlich neu zu orientieren. Aus dem Bierchen Mittags um 13 Uhr ist nun ein Bierchen um 19 Uhr geworden. Um 22 Uhr ist dann aber schon wieder Schluss – man muss ja früh raus.

Ist das also der sagenumwobene Start ins Berufsleben? Eher nicht. Für viele ist das Praxissemester die erste längere Berührung mit der Arbeitswelt. Plötzlich gehören feste Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr, tägliche Routine und bestimmte Etikette zum Alltag. Man verdient sein erstes Geld (wenn auch sehr sehr wenig), bekommt wertvolle Einblicke hinter die Kulissen des Medienbusiness und findet im besten Fall Orientierung für die spätere Berufswahl. Man sollte es also als das sehen was es ist: Eine Chance, ein wichtiger Abschnitt im Studium und ebenso ein großer Vorteil gegenüber Universitäten, an denen dies nicht angeboten wird.

Der Umstieg fällt mit trotzdem immer noch schwer! Wie heisst es so schön: Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite und früher war alles besser. Man sollte aber nicht im Gestern schwelgen sondern das Heute genießen – sei es nun die Studienzeit oder der Arbeitsalltag. Carpe Diem, Freunde!

Text: Nico Schamel. Bild: unsplash.com

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