Einen Film zu drehen ist doch super einfach. Man nimmt eine Kamera, sucht sich ein Motiv oder vielmehr eine Geschichte, die man erzählen will und nimmt sie auf. Dachte ich kleiner, unwissender Hobbit, als ich noch im Auenland saß und keinen blassen Schimmer von der Welt da draußen hatte. Diese naiven Ansichten musste ich schnell überdenken, als mich in meinem ersten Semester das EPRO (Erstsemesterprojekt) eines Besseren belehrte.

Von Pre- und Postproduktion will ich jetzt gar nicht mal anfangen, wohl aber von den eigentlichen Dreharbeiten, die zwar nur einen überraschend kleinen Teil in der Herstellung eines Filmes ausmachen, jedoch nicht ganz unwichtig sind. Ich will euch also einen kleinen Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Hintergrundabläufe geben, von denen man nachher im fertigen Film so als „Normalo“ im ersten Moment gar nichts sieht.

Wie ein Film entsteht

HINTER DEN KULISSEN DES EPRO VIDEO

Morgens um 8:00 Uhr ist Treffpunkt am HMZ (Hochschul-Medien-Zentrum). Wir wollen die Ausrüstung für die Mission Video abholen und man kommt sich schnell vor wie James Bond, der von Q die neusten technischen Wunderwerke vorgelegt bekommt. Nur das schicke Dienstfahrzeug fehlt noch. Da der Aston Martin aber gerade anderweitig verliehen zu sein scheint, gehen wir eben zu Fuß bzw. fahren mit der Straba, die Ausrüstung wiegt nämlich so einiges. Da sind die Rucksäcke mit den Kameras, Stative, Licht, zwei externe Monitore, diverse Kabel und Akkus und, und, und … bepackt wie die Ghostbusters zu ihren besten Zeiten (allerdings ohne endokrinen Schleim und die coolen Overalls) wackeln wir los zur heutigen Location.

Am Schauplatz des Geschehens, einem Drehort in einer weit, weit entfernten Würzburger Studentenbude, beginnt also eine Gruppe hoffnungsvoller junger Erstis mit dem Aufbau ihres Equipments. Der Kabelsalat ist nicht zu beschreiben, aber wir schaffen das schon. Allerdings wäre der Todesstern bei unserer Ingenieurskunst (aka. Klebeband) wahrscheinlich von allein in die Luft gegangen, auch ohne Laserfeuer der Rebellion. McGyver wäre allerdings bestimmt sehr stolz gewesen auf so viel Improvisationstalent.

Mitten in unseren Vorbereitungen kommt plötzlich Ratlosigkeit auf. Es scheint ein wichtiges Kabel für den Monitor zu fehlen. Ratlose Blicke werden getauscht, Taschen durchsucht, Rucksäcke durchkämmt und Köpfe geschüttelt, doch die Suche bleibt erfolglos. Dann der Anruf aus der Zentrale: Das Kabel liegt noch wohlbehalten in der Hochschule und wartet auf seinen Einsatz. Prompt wird also ein tapferer Truppler ausgesendet, um das fehlende Teil zu bergen. Die Übriggebliebenen gehen derweil den vorbereiteten Drehplan und das Storyboard noch einmal durch und besprechen, auch in Hinblick auf das Set, wie der Dreh genau ablaufen soll.

Nach kurzer Verzögerung, jetzt aber technisch einwandfrei einsatzfähig, beginnt dann die tatsächliche Arbeit des Tages: die Aufnahme des Videos.
Jetzt läuft alles nach Plan. Die Schauspielerin steht vor der Kamera, der Kameramann am besten dahinter. Eine dreht an der Beleuchtung und zwei checken am Monitor gleich Licht und die Schärfe sowie den Ausschnitt der Einstellung. Das A-Team hätte es nicht besser machen können.

Nach getaner Arbeit und ständiger Kontrolle am Bildschirm (man will ja nicht ein Video nochmal drehen müssen, weil etwa die Belichtung nicht stimmt, oder?) ist dann auch schon Cut, Schluss, aus, alles im Kasten. Das Equipment wird wieder verpackt, das Feierabendbier geöffnet, Kabel aufgerollt, Akkus geladen und Speicherkarten formatiert (am besten, nachdem der Inhalt auf einen USB-Stick gezogen wurde).

Ihr seht, im Endeffekt kann während eines Drehs also noch so viel schiefgehen, wenn man ein gutes Team ist (und das sind wir zum Glück) lässt sich jedes Problem lösen.
Denn am Ende zählen nur zwei Dinge: Einmal der Spaß, den wir beim Arbeiten immer in großen Mengen haben und zum Zweiten das Ergebnis, also ein schöner Film der den Zuschauer unterhält. Auch das haben wir meiner Meinung nach ganz gut hinbekommen.

 

Aber überzeugt euch am besten selbst, ihr findet die Videos unserer und der Anderen aus dem Videoteam sowohl auf Youtube wie auch auf dem Semesterblog (da übrigens auch Projekte der anderen Gruppen)!

Bis dahin

MÖGE DIE MACHT (UND DIE BELICHTUNG!)
MIT EUCH SEIN!

Text: Lena, Krafft. Bild: unsplash.com

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