5. Semester ist Praktikumssemester. Nach vier Semestern theoretischen Grundlagen, Teamarbeit, praktischen Projekten, und Konzepten für fiktive Kampagnen haben wir MedienmanagerInnen die Möglichkeit in die Arbeitswelt reinzuschnuppern und unsere erlernten Kompetenzen in der Praxis zu zeigen. Wie wir dieses halbe Jahr erlebt haben? Das erzählen euch zehn Sechstis, die frisch aus dem Praktikum wieder zurück an der FH sind – wenn auch nur virtuell in diesem Semester. Heute mit:

Annikas Praktikum im

ZDF AUSLANDSSTUDIO IN WIEN

In welcher Branche und bei welchem Unternehmen hast du dein Praktikum gemacht?
Ich habe mein Praktikum im ZDF Auslandsstudio Wien gemacht. Das Auslandsstudio ist nicht nur für Österreich zuständig, sondern für die Berichterstattung aus ganz Süd-Osteuropa.

Wie lang ging dein Praktikum?
Mein Praktikum sollte 6 Wochen gehen, wurde aufgrund der Coronakrise leider auf 4 Wochen verkürzt. Das Gute daran ist aber, dass ich die Möglichkeit habe mein Praktikum in voller Länge nochmal zu wiederholen sobald die Situation es wieder zulässt.

Wann hast du dich auf das Praktikum beworben und wie lief der Bewerbungsprozess ab?
Ich habe mich ein halbes Jahr vorher um ein Praktikum beim ZDF offiziell im Online-Bewerbungsportal des ZDFs beworben. Dabei konnte ich bis zu 3 Prioritäten angeben in welchen Studios ich gerne hospitieren würde und in welchem Zeitraum. Da ich mit einem halben Jahr Vorlauf recht spät dran war, habe ich vorher bei der Personalabteilung angerufen und mich informiert, wo überhaupt noch freie Plätze zu vergeben sind so kurzfristig. Nachdem ich die Bewerbung abgeschickt habe, habe ich regelmäßig hinterher telefoniert und mich informiert wie der Stand meines Bewerbungsverfahren ist. Dieses Hinterhersein war sehr hilfreich und vielleicht sogar notwendig, nur so hatte ich 3 Monate später und somit 3 Monate vor Praktikumsbeginn eine feste Zusage. Ich habe mich zusätzlich bei ARTE beworben, wo ich allerdings keinen Ansprechpartner hatte und somit nach einigen Monaten nur eine elektronische Absage auf meine Bewerbung erhielt.

Wird dein Praktikum regelmäßig angeboten oder handelte es sich um eine Initiavtivbewerbung?
Es gab keine offizielle Ausschreibung des Praktikums da das ZDF rund um die Uhr Hospitanten beschäftigt. Wichtig ist nur die Vorlaufzeit zu beachten, da die Plätze schnell vergeben und heiß begehrt sind beispielsweise in Studios wie Paris oder London. Man kann sich also jederzeit bewerben, es ist nur ratsam sich vorher zu informieren wo in welchem Zeitraum noch freie Stellen sind.

Warum hast du dich für dieses Praktikum entschieden?
Ein Praktikum im Auslandsstudio beim ZDF war mein absoluter Wunschtraum und somit habe ich nie gezweifelt, sondern war im Gegenteil sehr hinterher und habe alles drangesetzt dieses Praktikum zu bekommen.

„Zu meinen Aufgaben gehörte die klassische Recherchearbeit, dokumentieren von Pressekonferenzen, Drehanfragen schreiben und Drehgenehmigungen einholen sowie ständig die aktuellen News auf den verschiedenen Presseportalen zu überwachen und eigene Themenvorschläge für Beiträge zu formulieren und recherchieren.“

Was waren deine Aufgaben?
Zu meinen Aufgaben gehörte die klassische Recherchearbeit, dokumentieren von Pressekonferenzen, Drehanfragen schreiben und Drehgenehmigungen einholen sowie ständig die aktuellen News auf den verschiedenen Presseportalen zu überwachen und eigene Themenvorschläge für Beiträge zu formulieren und recherchieren. Zudem durfte ich Drehs begleiten und sehr schnell sogar alleine als Redakteur mit einem Kamerateam auf Dreh gehen und selber mit dem Mikrofon in der Hand Leute befragen und Vox Pops machen.

Wie groß war dein Team? Mit wie vielen Menschen hast du zusammen gearbeitet?
Das Kernteam war sehr überschaubar und bestand aus der Studioleiterin, einem Korrespondenten sowie 3 Producern, einem Kameramann und 2 Cuttern. Natürlich gibt es zusätzlich in den jeweiligen Ländern Süd-Osteuropas Springer und Freie Kameraleute, die je nach Bedarf hinzugezogen werden.

Wie war die Stimmung?
Die Stimmung war von Anfang an sehr persönlich und freundlich, was ich sehr geschätzt habe und was sicherlich auch an der kleinen Teamgröße lag. Ich habe mit Journalisten zusammengearbeitet, die ich aus dem Fernsehen kannte und für mich eine gewisse Vorbildsrolle haben, deswegen war ich sehr positiv überrascht und habe mich geehrt gefühlt so lieb in das Team mit aufgenommen zu werden. Es gab keinen vorgeschriebenen Dresscode, aber zugegeben sobald ich wusste, dass ich auf Dreh gehe, habe ich versucht mich schicker und seriöser anzuziehen damit man mich ernster nimmt.

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Was hat dich am meisten überrascht während deines Praktikums?
Da ich mein Praktikum am 9. März 2020 begann, war mein gesamtes Praktikum von der Coronakrise gezeichnet und es war unheimlich spannend die mediale Entwicklung live mitzuerleben. Ich kann mich noch genau erinnern wie ich zu Beginn recherchierte inwieweit das Coronavirus einen Einfluss auf die österreichische Wirtschaft haben würde und die Recherche ins Leere lief und wie sich dann im Folgenden die Nachrichten überschlugen und bis zu 3 Beiträge zur Coronaentwicklung am Tag auf dem Plan standen.

Was waren deine Hauptlearnings?
Natürlich sah nicht jeder Tag so aufregend aus wie der an dem ich gleich auf zwei Drehs an einem Tag durfte. Der typische Arbeitsalltag sah vielmehr so aus, dass ich die meiste Zeit am Computer saß, Recherchehilfe leistete, Pressekonferenzen shottete oder eben selber mich auf die Suche nach neuen Themen für mögliche Beiträge machte. Der Redaktionsalltag ist im wahrsten Sinne ein Wechselbad der Gefühle von purem Adrenalin, wenn man das erste Mal Interviews neben Grenzbeamten führt und bishin zur traurigen Ernüchterung, wenn sich eine Recherche ins Leere hinein nicht auszahlt.

Was war dein coolstes Projekt / dein coolster Moment?
Die aufregendsten Momente waren auf jeden Fall die eigenen Drehs, bei denen ich selber die Redakteurin war, mir überlegte welche Personen ich befrage und welche Fragen ich stellen wollte. Einen Tag bevor Tschechien die Grenzen zu Österreich schloss aufgrund von Corona, durfte ich mit dem Team morgens an die Grenze fahren und Autofahrer abfangen und Meinungen und Stimmungen der Leute einholen. Als wir mittags zurück im Studio ankamen, überschlugen sich schon die nächsten Neuigkeiten, denn in Österreich wurde bekannt, dass die Geschäfte ab Montag schließen würden. Kaum zurück von der Grenze durfte ich also direkt nochmal los mit dem Kameramann, um Stimmen von heimischen Unternehmern einzuholen. Abends diese Beiträge, an denen man mitgearbeitet hat, dann bei Heute oder bei Heute in Europa zu sehen ist ein unbeschreibliches Gefühl mit Suchtpotential, was jede Überstunde bezahlt macht.

Was war deine größte Herausforderung?
Durch die gegebenen Umstände fand mein Praktikum nach 1 ½ Wochen aus dem Homeoffice statt. Eine große Herausforderung war für mich somit an einigen Tagen ohne eine konkrete Aufgabe trotzdem Eigenmotivation zu haben mich selber aufzuraffen und zu recherchieren an möglichen Themenvorschlägen und gleichzeitig im nächsten Moment unheimlich flexibel zu sein und auf Abruf und unter Zeitdruck wichtige Statements zu shotten oder Informationen zu recherchieren.

Was sind deine Tipps an andere PraktikantInnen?
Je früher man sich bewirbt, desto mehr Chancen hat man seinen Traumpraktikumsplatz zu bekommen! Und wenn es die Möglichkeit gibt, habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich persönliches Nachfragen und Hinterhersein auszahlt. Während des Praktikums sollte man sehr flexibel sein und nicht den Anspruch haben jeden Tag starr von 9 – 17 Uhr zu arbeiten.

Text: Annika Hagge. Bild: unsplash.com

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