Wo?

Freizeit

Fotografie von Tobias Rademacher auf unsplash

Die Erde retten trotz Pandemie – Fridays for Future Würzburg

Fridays for Future: eine Aktion, die mittlerweile weltweit bekannt ist und auch in unserem schönen Städtchen immer wieder für Aufruhr sorgt. Aber ist der „Trend“, sich für eine klimafreundlichere Zukunft einzusetzen nun vorbei und wie könnt ihr helfen die Welt zu retten?

In letzter Zeit scheint es stiller um die bekannten Protestaktionen in Würzburg geworden zu sein. Aber keine Sorge, die eifrigen jungen Leute haben nicht aufgegeben, eher im Gegenteil, sie sind ehrgeiziger als je zu vor. Allerdings wollen die Klimaschützer:innen weder sich, noch ihre Mitmenschen in der Corona-Pandemie in Gefahr bringen. Darum ist eine akribische Planung für jede der bekannten Freitagsdemonstrationen erforderlich. Aber Ende letzten Jahres war es ihnen möglich, eine Informationsveranstaltung für Interessierte zu veranstalten und ich war für euch vor Ort, um mir ein eigenes Bild der Forderungen und Aktionen der Aktivist:innen zu machen.

 

Ich habe mich schon einige Tage vor der Veranstaltung immer wieder über die Instagramseite der Fridays for Future-Gruppe über die neuen Details des Events informiert. Wie ich schon erwartet hatte, haben sich durch die hohen Coronazahlen die Vorschriften für das Treffen verändert. Alle Teilnehmer:innen müssen geimpft oder genesen sein und zusätzlich noch einen aktuellen negativen Schnelltest vorweisen. Zudem ist man verpflichtet, während der ganzen Veranstaltungen eine FFP2-Maske zu tragen. Aber trotz der neuen Regelungen freue ich mich auf die Runde. Wie ich feststellen konnte, als ich am Treffpunkt an der evangelischen Kirche ankomme, war ich nicht die Einzige, die es trotz der Umstände für wichtig hält, sich mit den Themen des Klimawandels zu beschäftigen. Ich werde in einer freundlichen Runde von den Veranstaltern empfangen und nach wenigen Minuten sind schon etwa 12 weitere Personen eingetroffen. Sobald alle Interessierten da sind, gehen wir zusammen in den vorgesehenen Raum, in dem das Meeting stattfinden soll.

Fotografie von Niklas Willma auf unsplash

Kuriose Namen für besondere Menschen?

Ein junger Mann namens Nase stellt sich uns vor. Zuerst denke ich, dass ich mich verhört hätte, aber nein, er nennt sich tatsächlich Nase. Allerdings erklärt er uns, nachdem er unsere fragenden Gesichter gesehen hat, dass es sich hierbei um den Schutz seiner Identität handelt.

Wer sich jetzt fragt, warum sich die Mitglieder selbst schützen müssen: Viele der Fridays for Future-Aktivist:innen sind nicht nur auf Demos aktiv, sondern unternehmen auch noch andere Dinge unabhängig von der FFF-Bewegung, um auf die Notlage unseres Planeten aufmerksam zu machen. Damit sie allerdings nicht „erwischt“ werden, tarnen sie ihre Persönlichkeit sogar unter Gleichgesinnten.

Nase erklärt uns direkt die Gesprächsregeln, welche für alle Treffen der FFF-Gruppe gelten. Es gibt verschiedene Armbewegungen, die die Gespräche in der Gruppe übersichtlicher und verständlich für alle Anwesenden machen soll. Zum Beispiel hebt er die Hände und schüttelt sie neben seinen Kopf (auch bekannt als Jazz-Hands bzw. stummer Applaus). Dies soll Zustimmung und Unterstützung der Aussage von anderen ausdrücken. Dazu passend gibt es auch die Bewegung für Ablehnung, welche durch die gleiche Geste jedoch auf Hüfthöhe ausgeführt, ausgedrückt wird. Nase führte uns etwa acht verschiedene Gesprächsgesten vor, die wir im Laufe der Veranstaltung nutzen sollen. Danach fordert er uns dazu auf, uns vorzustellen (natürlich auch unter einem erfundenen Namen), unser Wohlbefinden und unseren Lieblingssnack zu nennen. Diese Runden sind Tradition in der Gruppe, um die Stimmung der Teilnehmer:innen herauszufinden und das Treffen ein wenig aufzulockern. Und tatsächlich, nachdem ich den Lieblingssnack der anderen Interessenten wusste und mehr über ihre Persönlichkeit erfahren konnte, fühle ich mich erleichtert und schon fast als Teil der Gruppe.

Was ist Fridays for Future (FFF) überhaupt?

Danach fängt Nase an, etwas über die Bewegung zu erzählen. Fridays for Future ist eine Bewegung, die sich mittlerweile mit mehreren tausenden Anhänger:innen über die ganze Welt verbreitet hat. Die Organisation fordert die Einhaltung von vereinbarten Klimazielen und den Wandel unseres Lebensstandards zu einem klimaneutraleren. Aber das sind noch lange nicht alle Forderungen der Bewegung. Wie nämlich die wenigsten wissen, setzt sich FFF Würzburg nicht nur für die Umwelt und den Klimawandel ein, sondern versucht auch auf Themen wie Sexismus, Feminismus oder auch Genderismus aufmerksam zu machen. Dazu unterstützten die Aktivist:innen auch andere Aktionsgruppen. Außerdem gibt es auch extra Klimawandelgruppen, die nicht nur auf die Interessen von Schüler:innen und Student:innen ausgelegt sind. Natürlich ist Fridays for Future offen für alle Personengruppen, aber dennoch haben sich weitere Gruppen gebildet, um nochmals genauer auf die Wünsche und Forderungen der jeweiligen Aktiven eingehen zu können. Für Eltern gibt es zum Beispiel die Organisation Parents for Future oder für Omas und Opas die Gruppe Grandparents for Future.

Fotografie von Markus Spiske auf unsplash

Die Erde retten trotz Verboten?

Nach den vielen interessanten Informationen von Nase sind auch schon wir, „die angehenden Aktivist:innen“, dran. Wir überlegen gemeinsam, welche Ideen wir haben und welche Projekte wir gerne in Zukunft angehen wollen. Jeder von uns hat die Chance, seine eigenen Interessen in die Gruppe einzubringen und sich dort selbst zu verwirklichen. Beispielsweise hat eine Person die Aktion „Containern“ vorgeschlagen. Dabei geht man zu Lebensmittelläden, um dort laut Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufenen oder nicht perfekte Lebensmitteln aus den Mülltonnen zu retten. Aber Achtung, diese Aktion hat zwar einen guten Willen, ist aber eine Grau- bzw. Rotzone im deutschen Gesetz, da es sich hierbei um Diebstahl handelt. Natürlich haben wir auch über die typischen Freitags-Demonstrationen gesprochen, die schon bald wieder stattfinden sollen. Außerdem wollen die Interessierten gern Kleingruppen organisieren, die im nächsten Jahr an verschiedene Brennpunkte fahren, um andere FFF-Bewegungen zu unterstützen wie beispielsweise im Dannenberger Forst. Ein Waldgebiet, welches die Aktivist:innen vor der Rodung durch Baufirmen beschützen wollen.

 

Hier habe ich auch noch drei einfache Tipps, um euren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren:

 

1. Der beste Tipp, vor allem für uns arme Student:innen ist super einfach umzusetzen: Fahrrad statt Auto! Natürlich ist es mit den aktuellen frischen Temperaturen schwieriger umzusetzen, aber eine Fahrt mit der Straba ist auch schon ein sehr guter Schritt Richtung Klimaneutralität.

 

2. Ein veganer oder vegetarischer Lebensstil scheint zu Anfang besonders schwer, aber auch die kleinen Dinge helfen unserem Planeten. Also versucht doch einfach mal von Tag zu Tag mehr auf Fleisch und Fisch zu verzichten und vertraut mir, nach einer Weile wird es bald ganz einfach sein, auch auf andere tierische Produkte zu verzichten.

Falls ihr mehr Infos zum veganen Lebensstil sucht, kann ich euch den Artikel von Tina empfehlen: https://medienmanagement-wuerzburg.de/2021/12/10/immer-noch-nicht-vegan-nur-ein-trend-klare-lebenseinstellung-oder-per-se-dagegen/

 

3. Auch mein letzter Tipp ist sofort umsetzbar: Stofftasche statt Plastiktüten!

Hierzu müsst ihr lediglich eure Taschen von zu Hause mit zum Einkaufen nehmen und damit spart ihr schon eine Menge Plastik, welches dann nicht in unserem geliebten Meer landet!

 

Und falls ich jetzt euer Interesse am Thema Klimaschutz geweckt habe, würde sich die Fridays for Future-Gruppe freuen, wenn ihr sie kontaktieren würdet. Die Gruppe freut sich immer über neue Gesichter und neue Ideen.

 

Ihr wollt helfen, unsern Planeten zu retten? Kein Problem, ihr könnt euch gerne über die nächsten Aktionen der Friday for Future-Gruppe auf ihrem Instagramkanal informieren: https://www.instagram.com/fridaysforfuture_wuerzburg/?utm_medium=copy_link

 

Der Link zur allgemeinen Fridays for Future Bewegung Deutschland: https://fridaysforfuture.de/streiktermine/

 

Der Link zur Webseite von Parents for Future Würzburg: https://parentsforfuture.de/de/wuerzburg

 

Aber wie gut steht nun Würzburg in der fortschrittlichen Klimapolitik? Die Antwort auf diese Frage könnt ihr hier finden: https://medienmanagement-wuerzburg.de/2021/11/17/wuerzburg-als-paradebeispiel-fuer-fortschrittliche-klimapolitik/

 

Auch haben wir uns mit weiteren Würzburger Organisationen beschäftigt, die sich immer wieder über euer Engagement freuen. Mehr Infos darüber findet ihr hier: https://medienmanagement-wuerzburg.de/2021/12/03/wie-aus-gemeinschaft-eine-familie-wird-eine-woche-als-ehrenamtliche-helferin/

 

Dieser Bericht spiegelt nicht meine persönliche Meinung wider und dient nicht zur politischen Meinungsbildung. Es handelt sich lediglich, um die Zusammenfassung eines Informationstages der Klimabewegung Fridays for Future Würzburg.

 

Eure WueMove Team

Ein Beitrag von Paula Wirthmann

 

Wenn ihr mehr von den aktuellen Aktionen der Protestgruppe erfahren wollt, empfehlen wir: https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/umwelt-demo-wuerzburger-protest-gegen-kohleabbau-in-luetzerath-art-10683781

 

Hier findet ihr mehr Infos zum Thema „Containern“: https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/containern-in-wuerzburg-warum-eine-21-jaehrige-ihr-essen-aus-dem-muell-holt-art-10707075

Schreibe einen Kommentar